erste faire Jugendhäuser ausgezeichnet

Als erste Jugendhäuser wurden das YOU in Schermbek und die Katakomben in Wesel als Faires Jugendhaus ausgezeichnet. Mehr als um einen sportlichen Umgang, geht es um das Engagement im Fairen Handel.

Mit selbstgebautem Verkaufsrad sind Jugendliche aus dem YOU auf dem Schermbecker Marktplatz anzutreffen, um in der Vorweihnachtszeit fair gehandelte Schokoladennikoläuse zu verkaufen.

In Wesel schlüpfen Jugendliche aus den evangelischen Jugendhaus Katakomben in Hasen- und Bananenkostüm, um Bananen aus fairer Produktion an Passant_innen zu verschenken und über Anbau und Verkauf zu informieren.

Es sind jedoch keine spektakulären Aktionen notwendig, um als Faires Jugendhaus zertifiziert zu werden. Vielmehr geht es um die Auseinandersetzung mit den Fragen: Wo werden eigentlich welche Produkte hergestellt? Wer verdient was daran und wie sehen die Arbeitsbedingungen aus? Sich mit solchen Fragen, beispielsweise bei der Produktion von T-Shirts oder Handys auseinanderzusetzen, ist Standard bei der Qualifizierung zum Fairen Jugendhaus.

Ein anderer Punkt ist, ständig zwei Angebote aus Fairem Handel im Angebot zu haben. Das können sowohl Schokoriegel zum Verkauf als auch Fußbälle zum Bolzen hinter dem Jugendhaus sein. Immer geht es jedoch um Teamarbeit. Dazu braucht es Leute in der Einrichtung, die sich zusammentun und eine Strategie überlegen, wie sie den Fairen Handel zum Thema in ihrer Einrichtung machen wollen und wie sie dies zum Bespiel auf ihrer Website bekannt machen.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, angefangen vom Geschmackstest, über Kochen mit Zutaten aus Fairem Handel bis hin zum Fairen Frühstück auf Freizeiten. Möglich sind Aktionstage zum Thema „Kleidung & Klamotten“. Auch die Gestaltung eines Karnevalswagens oder das Fair-Rock-Festival mit Bands aus der Region haben Leute schon durchgeführt.

Veganes Kochen oder das Herstellen vegetarischer Snacks mit Zutaten aus dem Garten und von den Bauern aus der Umgebung kann dazugehören, genauso wie Repair Cafés, Fahrradwerkstätten oder Upcycling-Workshops, in denen aus gebrauchten Sachen neues Design entsteht, wie beispielsweise Gürtel aus Fahrradreifen oder Geldbörsen aus Verpackungen.

Jede Einrichtung hat ihren eigenen Stil. In der Weseler Jugendarbeit engagiert sich seit Jahren eine Eine-Welt-Gruppe, die selbst entscheidet, welche Themen sie gerade angeht. Im Schermbecker YOU gibt es Kochen ohne Knochen. „Wenn Mangold als „Römischer Spinat im Blätterteigmantel“ selbst zubereitet wird, dann wird das Gemüse“, so Jugendleiter Patrick Bönki, „zum Renner“.

Auf der Delegiertenkonferenz der Evangelischen Jugend im Rheinland konnten Lea, Marvin, Finn, Lena, Klaus und
Patrick jetzt durch die Landesjugendpfarrerin Simone Enthöfer und die Vorsitzende der Evangelischen Jugend im Rheinland Miriam Lohrengel Auszeichnung und Plakette entgegennehmen.

Wilfried Drews

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