Zertifizierung im Kirchekreis Jülich

Gleich acht Jugendeinrichtungen aus dem Evangelischen Kirchenkreis Jülich haben sich auf den Weg gemacht, die Welt ein wenig gerechter zu machen. „Es ist beeindruckend, mit welchen Engagement die Kolleginnen und Kollegen das Thema ‚Fairtrade’ angegangen sind und was sie in der kurzen Zeit bereits umgesetzt haben“, so Wilfried Drews, der seitens der AG Faires Jugendhaus der Evangelischen Jugend im Rheinland diesen Prozess vor einem Jahr angestoßen hatte.

Begleitet vom Jugendreferenten des Kirchenkreises, Dirk Riechert, haben sich die Jugendhäuser in dieser Zeit mit den Zielen des Fairen Handels auseinandergesetzt, Aktionen und Projekte durchgeführt und ihre Kinder und Jugendlichen für das Thema der weltweiten Gerechtigkeit sensibilisiert. Claudio Gnypek von der AG Faires Jugendhaus, deren Mitglieder die Bewerbungen geprüft haben, umreißt das Ziel der Kampagne: „Es ist uns wichtig, dass nicht nur im Büro fair gehandelter Kaffee getrunken wird, sondern dass sich der Gedanke des Fairen Handels und des weltweiten Miteinanders in der konzeptionellen Ausrichtung der Einrichtung wiederfindet.“ Zertifizierung im Kirchekreis Jülich weiterlesen

Seminar Faires Jugendhaus 2018

Seminar Faires Jugendhaus

Einmal T-Shirt. Einmal Wasser.

Neues T-Shirt, super Schnäppchen! Wirklich? Wie kann das sein, dass die Klamotten so billig sind? Unter welchen Bedingungen werden sie produziert?

Flasche auf, Wasser raus, alles klar? VIVA CON AGUA zeigt, wie auch beim Wassertrinken global denken und lokal handeln in der Jugendarbeit umgesetzt werden kann.

Zwei Themen mit denen wir faires Handeln unter die Lupe nehmen werden. Mit praktischen Methoden wie Siebdruck und faire T-Shirts hin zum Fairen Jugendhaus.

Dieses Seminar wendet sich an Menschen, deren Jugendeinrichtung schon fair ist oder werden soll.

Termine: Fr. 23.Februar 2018 18:00 Uhr bis So. 25. Feb. 14:00 Uhr

Kosten: 30,- €

Team: Wilfried Drews, Jana Kemper

Infos und Anmeldung unter: http://www.hackhauser-hof.de/

Jugendarbeit geht fair! – Entwicklungspolitisches Lernen am Beispiel FAIRES JUGENDHAUS

Plakette Faires Jugendhaus

Was haben Bonn, Berlin, Dinslaken und 472 andere bundesweite Städte gemeinsam? Sie sind Fair Trade Towns, Kommunen, die sich gezielt engagieren, den Einsatz und Verkauf von Produkten aus fairem Handel auf lokaler Ebene zu fördern.

Neben fairen Kommunen gibt es Fair Trade-Schools, die das Thema des gerechten Welthandels in den Unterricht und das Schulkonzept einfließen lassen. Aber was ist mit Fairen Jugendeinrichtungen? Die gab es bislang noch nicht. Eine Initiative in der Evangelischen Jugend im Rheinland hat diesen Sachverhalt aufgegriffen und eine Kampagne für ein Faires Jugendhaus gestartet. Ausgehend vom Grundgedanken der Fair Trade Towns und Schools, durch Fairen Handel als Konsument im Kleinen Verantwortung für die eine Welt zu übernehmen, wurde eine Initiative für Jugendfreizeiteinrichtungen gestartet. Jugendarbeit geht fair! – Entwicklungspolitisches Lernen am Beispiel FAIRES JUGENDHAUS weiterlesen

erste faire Jugendhäuser ausgezeichnet

Als erste Jugendhäuser wurden das YOU in Schermbek und die Katakomben in Wesel als Faires Jugendhaus ausgezeichnet. Mehr als um einen sportlichen Umgang, geht es um das Engagement im Fairen Handel.

Mit selbstgebautem Verkaufsrad sind Jugendliche aus dem YOU auf dem Schermbecker Marktplatz anzutreffen, um in der Vorweihnachtszeit fair gehandelte Schokoladennikoläuse zu verkaufen.

In Wesel schlüpfen Jugendliche aus den evangelischen Jugendhaus Katakomben in Hasen- und Bananenkostüm, um Bananen aus fairer Produktion an Passant_innen zu verschenken und über Anbau und Verkauf zu informieren.

Es sind jedoch keine spektakulären Aktionen notwendig, um als Faires Jugendhaus zertifiziert zu werden. Vielmehr geht es um die Auseinandersetzung mit den Fragen: Wo werden eigentlich welche Produkte hergestellt? Wer verdient was daran und wie sehen die Arbeitsbedingungen aus? Sich mit solchen Fragen, beispielsweise bei der Produktion von T-Shirts oder Handys auseinanderzusetzen, ist Standard bei der Qualifizierung zum Fairen Jugendhaus.

Ein anderer Punkt ist, ständig zwei Angebote aus Fairem Handel im Angebot zu haben. Das können sowohl Schokoriegel zum Verkauf als auch Fußbälle zum Bolzen hinter dem Jugendhaus sein. Immer geht es jedoch um Teamarbeit. Dazu braucht es Leute in der Einrichtung, die sich zusammentun und eine Strategie überlegen, wie sie den Fairen Handel zum Thema in ihrer Einrichtung machen wollen und wie sie dies zum Bespiel auf ihrer Website bekannt machen.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, angefangen vom Geschmackstest, über Kochen mit Zutaten aus Fairem Handel bis hin zum Fairen Frühstück auf Freizeiten. Möglich sind Aktionstage zum Thema „Kleidung & Klamotten“. Auch die Gestaltung eines Karnevalswagens oder das Fair-Rock-Festival mit Bands aus der Region haben Leute schon durchgeführt.

Veganes Kochen oder das Herstellen vegetarischer Snacks mit Zutaten aus dem Garten und von den Bauern aus der Umgebung kann dazugehören, genauso wie Repair Cafés, Fahrradwerkstätten oder Upcycling-Workshops, in denen aus gebrauchten Sachen neues Design entsteht, wie beispielsweise Gürtel aus Fahrradreifen oder Geldbörsen aus Verpackungen.

Jede Einrichtung hat ihren eigenen Stil. In der Weseler Jugendarbeit engagiert sich seit Jahren eine Eine-Welt-Gruppe, die selbst entscheidet, welche Themen sie gerade angeht. Im Schermbecker YOU gibt es Kochen ohne Knochen. „Wenn Mangold als „Römischer Spinat im Blätterteigmantel“ selbst zubereitet wird, dann wird das Gemüse“, so Jugendleiter Patrick Bönki, „zum Renner“.

Auf der Delegiertenkonferenz der Evangelischen Jugend im Rheinland konnten Lea, Marvin, Finn, Lena, Klaus und
Patrick jetzt durch die Landesjugendpfarrerin Simone Enthöfer und die Vorsitzende der Evangelischen Jugend im Rheinland Miriam Lohrengel Auszeichnung und Plakette entgegennehmen.

Wilfried Drews